Der Moselwinzer Ulrich Franzen, gemeinsam mit seiner Frau Iris Inhaber des Weinguts Reinhold Franzen ist bei einem Unglück im Weinberg ums Leben gekommen. Wie die Rheinzeitung berichtet, erlitt der Winzer aus Bremm bei einem Unfall mit dem Schmalspurschlepper tödliche Verletzungen.
Der Weinschreiber meint: Neben der persönlichen Tragik ist Franzen’s Tod ein Verlust für die Weinwelt.
Mein Mitgefühl gilt der Familie und den Freunden des Winzers.
CU
Darf man von einem günstigen Wein erwarten, dass er zumindest die wesentlichen Anforderungen eines Weinliebhabers erfüllt? Ist es unrealistisch, von einem Wein saubere Stilistik zu erwarten? Können in schwierigen Jahrgängen wirklich keine vernünftigen Tropfen in die Flasche gebracht werden?
Diese und ähnliche Fragen kamen dem Weinschreiber in den Sinn, als er sich durch die Chianti Classico des Jahrgangs 2008 probierte. Das Consorzio Vino Chianti Classico hatte zur German Tour 2010 eingeladen. Die Verkostung umfasste Chianti Classico der Jahrgänge 2007 und 2008 sowie Chianti Classico Riserva der Jahrgänge 2006 und 2007.
Carpineto: Chianti Classico DOCG Carpineto 2008
80% Sangiovese, 20% Canaiolo und weitere rote Sorten
Würzige Nase, am Gaumen mit satter, knackiger Kirschfrucht, kräftiger Säurestruktur. Die Tannine wirken irgendwie grün. 81 Ingo-Punkte
Castelli del Grevepesa: Chianti Classico DOCG Castelgreve 2008
95% Sangiovese, 5% weitere rote Sorten
Aromen von Teer, dunklen Beeren, wirkt erdig, hat Biss, mittlere Länge. 80 Ingo-Punkte
Castello di Selvole: Chianti Classico DOCG Castello di Selvole 2008
100% Sangiovese
Wirkt grün, unausgewogen, ruppig. Dann dunkelbeerig, holzig. Dem Wein fehlt Schliff. 79 Ingo-Punkte
Castello di Selvole: Chianti Classico DOCG San Martino a Selvole 2008
80% Sangiovese, 20% Merlot
Viel Säure, viel biss. Ein ruppiger, unausgewogener Wein. 77 Ingo-Punkte.
Castello Vicchiomaggio: Chianti Classico DOCG San Jacopo da Vicchiomaggio 2008
90% Sangiovese, 5% Canaiolo, 5% Colorino
Süßholz pur, überlagert die Frucht komplett. 76 Ingo-Punkte.
La Casaccia: Chianti Classico DOCG La Casaccia 2008
100% Sangiovese
Schon eher eine typische Sangiovese Nase, dann aber auch viel Biss, ruppige, unausgewogene Struktur, grün. 78 Ingo-Punkte.
La Madonnina: Chianti Classico DOCG Bello Stento 2008
90% Sangiovese, 5% Canaiolo, 5% Colorino
Würzige, farblose Nase, grün. Am Gaumen ein Säuremonster. 72 Ingo-Punkte.
Piccini / Valiano: Chianti Classico DOCG Solco 2008
85% Sangiovese, 15% Merlot
Ausgewogener, von satter Kirschfrucht getragener Wein, der zwar über ordentlich Biss, jedoch auch Potential verfügt. 80 Ingo-Punkte.
Querciabella: Chianti Classico DOCG Querciabella 2008
95% Sangiovese, 5% Cabernet Sauvignon
Satte Kirschfrucht, ein schöner Körper, auch am Gaumen mit gutem Schmelz und gut eingebundener Säurestruktur. In dieser Runde ein echtes Highlight. 85 Ingo-Punkte.
Die Chianti Classico aus 2008 können sich wohl nicht gegen ihre Vorgänger aus den Jahren 2007 und 2006 behaupten. Dies zumindest ist der Eindruck, den der Weinschreiber nach der Verkostung oben aufgeführter Auswahl erlangte. Hoffentlich liegt er falsch. Aber insgesamt präsentierten sich die Weine – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ruppig und grün. Ob sich die Befürchtung des Weinschreibers bestätigt oder nicht, werden die nächsten Monate zeigen. Der Weinschreiber bleibt am Ball.
Und wie sah es bei den Chianti Classico des Jahrgangs 2007 aus? Die Antwort lesen Sie im nächsten Beitrag.
CU
Urlaub muss auch mal sein. Auch für den Weinschreiber. Und gerne geht eine Reise auch mal dahin, wo der Wein herkommt. Dass dies aber nicht die einzige Möglichkeit ist, um einen guten Tropfen genießen zu können, konnte der Weinschreiber unlängst auf der schönen Nordseeinsel Föhr erfahren. Denn auch auf der vielleicht etwas im Schatten der Insel Sylt liegenden Urlaubsregion ist kulinarisch einiges in Bewegung. Und auch eine Lokalität für das Glas Wein für zwischendurch zu finden, ist mittlerweile kein Projekt mehr.
Eine Woche an der Nordsee verschafft dem Weinschreiber ungefähr genauso viel Erholung, wie eine doppelt so lange Auszeit an einer südeuropäischen Küstenregion. Die Nordsee ist einfach geil!
Und Föhr hatte auch kulinarisch viel mehr zu bieten, als der Weinschreiber vorab vermutete. Allen voran eine etwas versteckt liegende, jedoch sehr schön eingerichtete Weinhandlung mit angebundener Weinstube. 50(!) offene Weine werden hier offeriert, kulinarische Kleinigkeiten runden das Angebot ab. Darüber hinaus ist die „Alte Druckerei – die Weinstube“ auch die Heimat der Portweine von J.H. Andresen.
Doch nicht nur das Weinangebot ist einen Besuch der Weinstube wert. Neben der sehr schönen Atmosphäre der Weinstube ist auch das Team alles andere als „nordisch unterkühlt“. Silvia, die freundliche Servicekraft, war, wenn möglich, immer für ein kleines „Schwätzchen“ zu haben.
Da aber nicht nur Weine vor Ort getrunken werden sondern darüber hinaus auch noch gekauft werden können, gehört die Adresse für Weinliebhaber schon fast zwingend zu den ersten Anlaufadressen nach der Ankunft auf Föhr.
Die Adresse lautet
Das Weinkontor auf Föhr
Alte Druckerei - die weinstube
Torsten Tews
Mittelstrasse 17 Hinrichsengang
25938 Wyk auf Föhr
Telefon: 04681 - 74.81.81
Telefax: 04681 - 74.81.82
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Bodegas Valdemar:
Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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