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Das Weinparlament

18. April 2010

Clos Saint-Jean 2007 - Châteauneuf in guter Form

Autor: | Zeit: 19:51 Uhr | Rubrik: Wein

null Châteauneuf-du-Pape ist eigentlich nur ein kleiner Ort im Süden Frankreichs. Für Weinliebhaber bedeutet der Name jedoch mehr. Viel mehr. Denn die Weine gleichen Namens haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf in der Weinwelt erobert. Die charaktervollen, authentischen Weine dieser Region bilden in ihrer Stilistik eine gelungene Alternative zu den im Vergleich eher filigranen, geschliffenen Spitzenweinen anderer Regionen, wie etwa dem Bordelais. Hier geht es rustikaler zu, vollwürziger, ehrlicher. Und das trotzdem auf teilweise sagenhaft hohem Niveau.

 
Eines der Weingüter, welches für den guten Ruf der Region verantwortlich ist, ist Clos Saint-Jean, ein Familienweingut, das nicht nur Weltklasseweine produziert, sondern diese darüber hinaus auch noch zu fast verschwenderisch günstigen Preisen anbietet. Auch Robert Parker, der wohl bekannteste und einflussreichste Kritiker der Welt, lobt dieses Weingut Jahr für Jahr und hebt es regelmäßig in den Kreis der Kandidaten zum Weingut des Jahres in Châteauneuf-du-Pape. Auch wenn der Weinschreiber häufig anderer Meinung als der Weinpapst aus den USA ist: Hier gibt er Parker recht. Die Weine von Clos Saint-Jean sind einfach ein Muss im Weinkeller eines jeden Weinliebhabers!

 
Clos Saint-Jean erfüllt die besten Voraussetzungen für die Vinifikation höchstwertiger Weine: Uralte Rebstöcke auf einer der besten Lagen des Châteauneuf-du-Pape: Le Crau. Hieraus erzeugen die Gebrüder Vincent und Pascal Maurel wunderbare Weine, die zwar zu den rustikalen, jedoch auch zu den authentischsten Gewächsen der Region zählen. Doch mit dem Jahrgang 2007 haben selbst die erfolgsverwöhnten Brüder Maurel Außergewöhnliches geleistet. Der Châteauneuf-du-Pape des Hauses kann getrost als einer der besten bisher von den Brüdern vinifizierten Weine angesehen werden.

 
Clos Saint-Jean: Châteauneuf-du-Pape 2007
Der Wein ist – natürlich – eigentlich viel zu jung, um getrunken zu werden. Doch die Neugier siegt. Und so musste die erste der eingelagerten Flaschen ihrer Bestimmung zugeführt werden.

 
Im Glas schimmert der Wein erstaunlich klar, eben nicht tiefschwarz, sondern in einem kräftigen, zwar dunklen, jedoch klaren Rot im Glas.

 
In der Nase machen sich kühle, würzig-opulente Aromen breit. Trüffel, Pfeffer, Kräuter, aber auch ein Hauch von dunklen Beeren, etwa Brombeere, Blaubeere. Sehr erdig, würzig, eher verhalten fruchtig. Die Grenache als Leitrebe zeigt hier derzeit deutlich, wer die Traube im Hause ist. Fein süße Aromen nach Nougat, Schokolade gesellen sich hinzu. Ein Wein in kraftprotzender Jugend, noch wild, ungestüm, Hardrock eben. Süße Frucht stößt auf wilde Kräuter.

 
Am Gaumen opulent, kraftvoll, enorme Konzentration, dicht gewoben, komplex. Ein Wein mit viel Schmelz, sehr schön seidigen Tanninen. Cremige Struktur, tolles, fein integriertes Tanningerüst, hervorragende Säurestruktur. Viel Wein, viel Schmelz, viel jugendliche Ungestümtheit.

 
Der Abgang zeigt sich kräftig, von der Würze des Weins getragen, lang und nachhaltig. Von A bis Z also ein Châteauneuf-du-Pape, der seinem Namen mehr als nur gerecht wird. 93+ Ingo-Punkte.

 
Parker nennt 2007 den größten Jahrgang aller Zeiten im Châteauneuf-du-Pape. Wer diesen Wein trinkt, wird dem Weinguru sicher zustimmen. Denn was der Weinliebhaber hier im Glas vorfindet, ist schon großes Kino – und natürlich für alle Weinverrückten ein Must Buy!

 
Ach so! Die Flasche gehört übrigens auch zu den schönsten der Region: Typisch bauchig und mit einem ins Glas eingelassenen Signet ist sie eine ideale Vertreterin der Weinregion.

 
CU

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