Klar, was sich Kevin Kuranyi seinerzeit in der Nationalmannschaft geleistet hat, war dumm und ärgerlich. Und auch eine saftige Strafe wert. Doch ein Ausschluss aus der WM Elf ist ein komplett falsches Zeichen von Bundestrainer Joachim Löw. Denn hier überspannt der Trainer den Bogen massiv. Warum?
Die von Löw ausgesprochene Strafe, Kuranyi würde unter seiner Ägide nicht mehr in der Nationalelf spielen dürfen, trifft nämlich nicht nur den Schalker Spieler. Diese Strafe betrifft die gesamte Nationalmannschaft und somit den gesamten DFB. Denn schauen wir uns doch mal die Auswirkungen dieser Entscheidung genauer an.
Kuranyi liegt mit momentan 17 geschossenen Toren an der Spitze der Bundesliga Torjäger. Kein anderer Stürmer konnte in dieser Saison bisher einen ähnlichen Schnitt aufweisen, wie der Schalker. Die Konstanz seiner Leistungen sucht man – mit Ausnahme von Leverkusens Stefan Kießling – in dieser Spielzeit woanders vergebens. Und die Nationalelf hat derzeit vor allem ein Problem: Den Sturm.
Dass die Integration eines Spielers ohne dessen Teilnahme an den Vorbereitungsspielen der Nationalmannschaft trotzdem funktionieren kann, hat Löw gemeinsam mit Klinsmann bereits bei der WM 2006 im eigenen Lande bewiesen. Ein damals international recht unbekannter Nicht-Nationalspieler namens David Odonkor wurde ohne Länderspielpraxis in den WM Kader der Nationalmannschaft berufen und trug mit seinem Flankenlauf im Vorrundenspiel gegen Polen wesentlich zum Spiel entscheidenden Tor in der 90. Minute bei.
Somit macht Löw sein persönliches Problem also zu einem Problem von gesamt Fußball-Deutschland. Löw kann es sich nüchtern betrachtet einfach nicht leisten, auf einen Stürmer wie Kuranyi für die WM in Südafrika zu verzichten. Dies sehen auch viele andere prominente Fußball-Experten genauso. Mit Franz Beckenbauer an der Spitze, unterstützt von Völler, Calmund und vielen anderen scheint die sportliche Entscheidung klar zu sein. Das Einzige, was der Nominierung von Kuranyi noch im Wege steht, ist das ausgeprägte Ego von Bundestrainer Joachim Löw.
Es bleibt also nur zu hoffen, dass auch ein Jogi Löw die Größe besitzt, über seinen eigenen Schatten zu springen und Kevin Kuranyi zurück in die Nationalmannschaft zu beordern. Der Schalker hat sicherlich aus seinem Fehler gelernt und wird zukünftig Löw gegenüber loyaler denn je eingestellt sein. Das sollte auch ein Bundestrainer anerkennen können.
Fußball-Deutschland hofft. Das Abschneiden der Deutschen bei der WM in diesem Jahr hängt zumindest zum großen Teil vom Ausgang dieser Frage ab: Darf Kuranyi das Nationaltrikot noch mal überziehen oder setzt sich die Sturheit des Nationalcoachs durch?
Glück Auf!
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29. März 2010 um 21:48 Uhr
Unterschreibt die Petition zur Rückkehr von Kevin Kuranyi in die Nationalmannschaft unter http://www.kuranyi-zur-wm.de!!!
4. April 2010 um 12:14 Uhr
Ja,Kevin kuranyi SOLL mit zur WM