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Das Weinparlament

13. März 2010

Rheingauer Entdeckungen

Autor: | Zeit: 19:11 Uhr | Rubrik: Wein

null Den Weinschreiber zieht es jedes Jahr in den Rheingau. Nicht nur des Rieslings wegen. Die Region bietet viel Abwechslung, auch kulinarisch. Eine empfehlenswerte Anlaufstelle ist das Restaurant im Hotel Zum Krug in Hattenheim. Das Etablissement gehört sicher zu den besten Anlaufstellen für Kulinariker im Rheingau. Und die Krug’sche Weinkarte kann sich ebenfalls sehen lassen. Dies dachten sicher auch die Juroren des Gault Millau, die sie zur Weinkarte des Jahres 2008 kürten.

Die bekannten Tropfen zu bestellen, ist die eine, die einfache Weise, den Abend vinophil zu bestreiten. Sich auf die unbekannten Namen einzulassen, neues Terrain zu betreten, ist jedoch die aufregendere Art des Genusses. Und so entschied sich der Weinschreiber, ein ihm bis dato völlig unbekanntes Weingut auszuwählen. Dass sich die Entscheidung als ein abendlicher Volltreffer erweisen sollte, deutete sich schon bei der ungewohnt offenen und positiven Reaktion der Servicekraft bei der Auswahl des Weins an.

Das war der erste Kontakt mit dem Weingut Ferdinand Abel aus Oestrich. Der Wein war ein Oestricher Lenchen Erstes Gewächs 2006. Und noch am gleichen Abend stand fest: Dieses Weingut hat einen Besuch verdient.

Die Chronik des Weinguts reicht zurück bis in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seit dem Jahr 2000 leitet Reiner Abel unterstützt von seiner Frau Eva das Gut. Mit ihr durfte der Weinschreiber die Weine aus dem Hause Abel näher kennen und schätzen lernen.

Die Anbaufläche des Weinguts beträgt etwa 9,5 ha. Angebaute Rebsorten sind – natürlich – der Riesling, jedoch auch der Spätburgunder sowie seit einiger Zeit auch der weiße Burgunder. Konsequente Ertragsreduzierung, eine selektive Lese des vollreifen Traubenguts sowie deren schonende Verarbeitung schaffen die Grundlage für gleichbleibend gute Qualitäten.

Den größten Teil der Weine verkauft das Weingut Abel direkt an den Endverbraucher. Daher sind die Weine in der Regel auch nicht in den Regalen der Weinhändler zu finden. Aber der Weg zum Weingut lohnt sich. Denn die Rieslinge überzeugen durch die Bank mit einer wunderbaren Mineralität, einer animierenden Frucht und vielschichtigem Aromenspektrum. Das trockene Flaggschiff des Hauses, das Oestricher Lenchen Erstes Gewächs, bringt alles mit, was man von einem solchen Wein erwartet. Außer den Preis. Denn mit knapp über 13 € ist das Erste Gewächs geradezu verschwenderisch günstig. Der Charakter der Lage kommt wunderbar zur Geltung. Dass der Wein auch in seiner frühen Reife voll überzeugen kann, zeigte der 2006er aus dem Hattenheimer Krug.

Alles in allem ist das Weingut Ferdinand Abel absolut eine Adresse, die sich Weinliebhaber merken sollten. Die Weingläser im Schrank werden sich auf solche Tropfen freuen.

CU

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