Die Toskana wird von vielen Weinliebhabern in den letzten Jahren argwöhnisch beäugt. Nicht ohne Grund, wurde und wird doch gerade aus dieser Region viel charakterloser Mainstream zu hohen Preisen auf den Markt geworfen. Doch auch hier gibt es sie, die Produzenten, die vor allem Wert auf höchste Qualitäten sowie eine eindeutige Handschrift der Region in ihren Weinen legen.
Eine Kellerei mit diesem Anspruch ist die Tenuta Fontodi, welche unterhalb des Dorfes Panzano liegt. Fast sämtliche Weinberge liegen im Bereich Conca d´Oro di Panzano etwa 400 ü.d.M.. Er liegt zwischen Pieve di San Leolino und Rignana und zählt zu den ganz großen Bereichen des Chianti.
Das seit 1968 im Familienbesitz befindliche Gut ist für die perfekte Verarbeitung der Trauben bestens vorbereitet. Denn hier achtet man auf die möglichst schonende Verarbeitung des Leseguts ohne übermäßige Nutzung technischer Hilfsmittel. Die Beförderungen von Trauben und Wein geschieht daher im freien Fall, also ohne die Nutzung von Pumpen. Ganz oben kommen die Trauben an, eine Etage tiefer stehen die Gärbehälter, in denen die Maische bei gelenkter Temperatur gärt. In der untersten Etage befindet sich der Barrique-Keller.
Giovanni Manetti, Leiter des Weinguts, hat damit beste Voraussetzungen geschaffen, die die Qualität der Weine erklärt. Doch nicht nur im Weinkeller, sondern bereits im Weinberg wird konsequent auf Qualität geachtet. So findet eine Ertragsreduktion statt, die für die optimale Konzentration der Nährstoffe in nur wenigen Trauben der besten Lagen sorgt. Auf 67 Hektar Rebfläche, wovon 53 dem Chianti Classico vorbehalten sind, entstehen so Weine mit hoher Dichte, angefangen beim einfachen Chianti Classico bis hin zum Flaggschiff des Hauses, dem Flaccianello della Pieve.
Nur so ist die grosse Dichte erklärbar, die selbst der Chianti Classico zeigt, der übrigens wie seine größeren Brüder in Barriques erzogen wird.
Grund genug für den Weinschreiber, sich ausführlicher mit den Weinen der Tenuta Fontodi zu beschäftigen:
Chianti Classico DOCG 2006
Dunkles, undurchsichtiges Rot. In der Nase Aromen von Kirsche, Veilchen, ein Hauch dunkler Schokolade. Feinwürzige Noten, Süßholz. Am Gaumen macht sich der reinsortige Sangiovese deutlich bemerkbar. Schöne, animierende Säurestruktur, saftig, von der Kirschfrucht getragen, trinkig. Im Abgang wieder fruchtig animierend. Ein Wein mit schönem Biss. 88 Ingo-Punkte
Chianti Classico Riserva Vigna del Sorbo DOCG 2006
2006 gehört in der Toskana sicher zu den besseren Jahrgängen. Der Vigna del Sorbo unterstreicht Weinschreibers Meinung absolut. Er hat alles, was man von einem Chianti der Spitzenklasse erwartet: Aromen süßer roter und dunkler Beeren, Lakritz, Dörrobst, ein Hauch Minze. Feinkräutrige Noten ergänzen das komplexe Aromenspektrum. Sehr dicht, kraftvoll, intensiv und doch elegant, vielschichtig.
Auch am Gaumen kann der Wein voll überzeugen: Sehr komplex, kraftvoll und doch mit der wunderbaren Frische ausgestattet, die den Wein animierend trinkig macht. Sehr schöne, mürbe Tanninstruktur, ein guter Biss und sehr schöne Typizität. Auch im beerig-intensiven Abgang überzeugt der Vigna del Sorbo durch hervorragende Länge. 94+ Ingo-Punkte für die Cuvée aus 80% Sangiovese und 20% Cabernet Sauvignon.
Case Via - Syrah IGT 2006
Die Syrah gehört sicher nicht zu den typischsten toskanischen Rebsorten. Nichts desto trotz keltert die Tenuta Fontodi auch aus dieser Sorte einen hervorragenden Wein mit tollem Sortencharakter. Sehr würzig, pfeffrig in der Nase, aber auch Aromen dunkler Beeren, erdig, Teer, ein Hauch Schokolade.
Am Gaumen mit den typischen würzigen Aromen der Syrah. Feine Tannine, kraftvoll, komplex. Ein Wein mit enormer Urwüchsigkeit, der trotzdem nicht vordergründig wirkt, wie viele Übersee Shiraz es gerne vorspielen. Auch im Abgang würzig beerig mit hervorragender Länge. 93 Ingo-Punkte
Flaccianello della Pieve 2003
Weinschreibers erster Flaccianello, dem noch viele folgen werden. Auch das schwierige Jahr 2003, welches sich vor allem durch übermäßige Hitze auszeichnete, konnte der Qualität des Flaccianello nichts antun.
In der Nase Aromen getrockneter dunkler Beeren, Schokolade, Dörrobst. Das Wetter hat schon seinen Stempel hinterlassen. Etwas dichter, süßer, opulenter als seine anderen Jahrgänge. Aber trotzdem noch ein herausfordernder, jedoch nicht fetter Wein, der mit komplexer Frucht, feinen, seidigen Tanninen und einer für das Jahr erstaunlich guten Säurestruktur aufwarten kann. Der Abgang ist süßbeerig, opulent und lang. 93 Ingo-Punkte
Flaccianello della Pieve 2004
(Aus einer früheren VKN des Weinschreibers vom 5. Oktober 2008) Wieder einmal das Rotweinerlebnis im Glas. Wo gibt es so viel Wein für so einen fairen Preis?
Extrem konzentrierte Nase, Johannisbeere, Pflaume, Graphit, Süßholz, Schokolade. Auch Veilchen. Fabelhafte Konzentration, wunderbar integriertes Barrique.
Am Gaumen setzt sich das Aromenspektakel fort: Dunkle Beeren, tolle würzige Frucht, Asche, schwarze Johannisbeeren, tolle Säure, wunderbar mürbe Tanninstruktur. Dicht, komplex, gewaltig. Unendlich lang. Und jung. 96+ Ingo-Punkte.
Flaccianello della Pieve 2005
Ein in der Toskana eher klassisches Jahr, was man auch beim Flaccianello merkt. Bei aller Qualität hinkt der 2005er doch etwas hinter den anderen Jahrgängen zurück. Doch auch hier gilt: Kritik auf Spitzenniveau!
In der Nase Aromen roter Beeren, Veilchen, fruchtig dominierte Noten. Ein feiner süßer Hauch gesellt sich hinzu. Blaubeere. Im Vergleich zu seinen Brüdern eher schlank, klassisch, Sangiovese halt.
Auch am Gaumen dominiert die Frucht, beerig, saftig, animierend. Und doch wieder diese Fülle, Kraft und Komplexität. Feine Tannine, saftige, straffe Struktur, fruchtig, mit kräftiger, jedoch nicht unangenehmer Säurestruktur. Im Abgang durch sehr gute Länge gekennzeichnet. 92+ Ingo-Punkte.
Flaccianello della Pieve 2006
Ein schlafender Riese: Der 2006er wird ein Langläufer und sicher noch die nächsten 15 bis 20 Jahre – optimale Lagerung vorausgesetzt – viel Freude bereiten! Sicher gehört er zu den besten Flaccianello, die bisher die Lager der Tenuta Fontodi verlassen haben.
Alleine die Nase lässt großes vermuten. Unendlicher Reichtum an Aromen dunkler Beeren, Brombeere, Blaubeere, Sauerkirsche. Aber auch Kaffee, Rosinen, Vanille. Der Holzton ist noch recht deutlich vernehmbar, wird sich aber perfekt in den Wein integrieren.
Auch am Gaumen macht der Wein schon heute Spaß. In seiner primärfruchtigen Phase, komplex ohne Ende, kraftvoll, vielschichtig. Dunkle Beeren, süßer Saft, mürbe, hervorragende Tanninstruktur. Dabei aber auch der Sangiovese typische Biss. Tolle vereinnahmende Beeren. Ein genialer Wein mit einem schier unendlichen Finale. Glücklich kann sich schätzen, wer von diesem Wein einige Flaschen im Keller hat. Der Weinschreiber ist glücklich… 97 Ingo-Punkte
Egal, in welcher Qualitätsstufe man die Weine von Fontodi genießen möchte: Für seine Investition erhält der Weinliebhaber hervorragende Gegenwerte! Doch Psssst!!! Nicht weiter erzählen! Sonst ist’s bald aus mit den Schnäppchen aus dem Hause Fontodi
CU
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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