Ein Mouton ist immer ein besonderes Erlebnis. So ist der allgemeine Tenor, wenn es bei vinophil geprägten Unterhaltungen um einen der berühmtesten Weine aus der französischen Weinbauregion Bordeaux geht. Das besondere Erlebnis fängt schon beim Kauf des Weins an. Für einen Mouton muss man – auch aus schlechteren Jahrgängen – bereit sein, signifikant tiefer in die Tasche zu greifen, als bei Weinen aus der zweiten bordelaiser Reihe. Der Wein aus der Appellation Pauillac ist der einzige, der je einen Aufstieg in der berühmten 1855er Klassifikation schaffte, die anlässlich der damals in Paris stattfindenden Weltausstellung erstellt wurde. 1973 stieg das Weingut vom Deuxième zum Premier Cru auf. Genug Grund also zur Annahme, dass auch der Jahrgang 1993 mehr zu bieten hat, als eine sagenumwobene Geschichte um das Künstleretikett des Weins.
Der Wein präsentiert sich nach einiger Zeit in der Karaffe mit typischen Aromen gereifter Bordeaux: Cassis, Zeder, Weihrauch, Gewürze. Kaffee ist auch dabei. Sehr angenehm, nicht zu vordergründig, schon mit Charakter. Die Vorfreude auf den Wein steigt bei den Aromen enorm.
Am Gaumen machen sich wieder Aromen von Cassis, getrockneten Früchten, etwas Kaffee und vielleicht einem Hauch Süßholz breit. Die Säurestruktur ist deutlich, die Tannine sind bereits voll mit der Frucht verschmolzen. Ein eher leichtgewichtiger Wein, durchaus elegant. Im Abgang zeichnet sich der Mouton aus durch… Nichts. Der Wein fällt im kurzen Abgang völlig auseinander, zeigt keinerlei Anzeichen eines großen Weins. Wo die mittlere Länge herkommen soll, die man in den vielen Verkostungsnotizen webweit liest, bleibt dem Weinschreiber schleierhaft. Schade, denn der Wein präsentierte sich in der Nase sehr vielversprechend.
Mit Wohlwollen noch 87 Ingo-Punkte, die der Wein einzig und alleine seinem gelungenen Auftakt zu verdanken hat. Wer jetzt noch vom 93er Mouton Flaschen im Keller hat, sollte die demnächst öffnen. Besser wird der Wein sicher nicht mehr.
Wie gut, dass der Abend noch mit einem 1998er Pichon Baron gerettet wurde. Doch dazu mehr im nächsten Posting.
CU
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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