Heute gab es ein thailändisches Gemüsecurry. Und was gab es dazu? Keine Sorge! Keinen Médoc! Heymann-Löwensteins Schieferterrassen 2005 sollten es sein. Und diese Kombination passte perfekt: Orientalisch-würziges Essen mit ordentlicher Schärfe traf auf einen wunderbar ausgereiften Riesling mit hoher Typizität, leicht exotisch wirkend, sehr elegant, druckvoll und perfekt auf das Essen abgestimmt. 88 Ingo-Punkte für diesen sich hervorragend präsentierenden Tropfen!
Doch ohne Bordeaux sollte der Abend nicht in Gänze begangen werden. Und so gab es etwas Gereiftes ins Glas.
Château Bel Air Marquis d’Aligre Grand Cru Exceptionnel 1986
Der Wein schimmert kaminrot mit zum Rand des Glases hin leicht hellroten Reflexen. In der Nase machen sich reife, sehr saubere Aromen von rotem Tee, Hagebutte, Liebstöckel und Sauerkirsche breit. Ein Hauch Gummi und Port sind auch vernehmbar, dann auch deutlicher trockenes Unterholz und im weiteren Verlauf auch Holunderbeere.
Am Gaumen dann präsenteirt sich der Wein sehr reif, nicht unbedingt klassisch, mit Aromen von Hagebutte und roten Beeren. Von seiner Struktur her elegant, erinnert der Wein eher an einen Barolo als einen Margaux. Keine süße Würze, die man sonst als Typizität eines gereiften Bordeaux’ vernehmen möchte, keine Noten des kleinen Holzes. Nichts. Eher die Form klassischer piemonteser Gewächse, die im großen Fass ausgebaut wurden.
Nach Hinten heraus findet ein echter Bruch statt. Anstelle eines schönen Abgangs findet sich ein leicht wässrig wirkendes Finish, welches nicht so recht zu überzeugen vermag.
Vielleicht auch als Referenz des Alters vergibt der Weinschreiber hier 86 Ingo-Punkte und meint, dass der Wein sicher ein richtig guter Tropfen ist. Nur fehlt es ihm an Typizität und Länge. Schade eigentlich, war der Wein keine wirklich günstige Anschaffung.
CU
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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