Man soll es kaum glauben, aber es gab sie. Die Zeiten, wo man noch Schnäppchen bei eBay ersteigern konnte. Und auch der Weinschreiber bietet hier und da mal mit. Mittlerweile zwar nicht mehr so viel, wie noch vor einiger Zeit. Aber ab und an überkommt es den Freak. Doch der aktuelle Wein hat wirklich nur ‘n Appel und ‘n Ei gekostet. Eine 6er Holzkiste für Mitte 30 Euro war nun wirklich nicht zu viel für diesen leckeren Wein.
Bodegas Castano: “Hécula 2001″
Dieser reinsortige (?) Monastrell schimmert tiefdunkel im Glas. In der Nase fein holzig untermalte Aromen von roten und dunklen Früchten, frischen Kräutern, feinwürzig, straff, geradlinig. Am Gaumen mit immer noch deutlichen Tanninen, jedoch nicht störend, dann kräftige Frucht, knackige Säurestruktur, Leder, rote Beeren, Tabak. Ein interessanter Wein, der es wert war, ersteigert zu werden. Auch im Abgang mit mittlerer Länge sehr nett. 84 Ingo-Punkte.
CU
Wie derzeit auf planet bordeaux zu lesen ist, haben die meisten Bordelaiser Winzer ihre Seelen reihenweise an den neuen Markt verkauft. Der als eher durchschnittlich geltende Jahrgang 2006 wird trotzdem der zweitteuerste der neueren Weingeschichte in Bordeaux sein. Grund hierfür sind wohl die dankbaren Abnehmer derzeit aufstrebender Märkte, wie etwa Russland, Indien oder China. Auch die Amerkikaner kaufen wohl noch immer ein, was nicht bei 3 auf den Bäumen sitzt. Aber von den Fast-Food-Gourmets konnte man auch nichts anderes erwarten. Schade nur, dass die Winzer hierbei ihre traditionellen Märkte völlig außer Acht lassen.
Grund genug für den Weinschreiber, zukünftig vermehrt die günstigeren Alternativen zu präsentieren. Denn diese Preisspirale dreht sich ohne den Weinschreiber weiter. Es gibt noch viel zu entdecken - auch außerhalb der bordelaiser Grands Crus.
CU
Mittlerweile sind über 17.000 Spam-Kommentare gefiltert worden. Wenn es diesen Filter nicht gäbe, wäre der Weinschreiber sicher schon ein Stück Geschichte. Dank Theo habe ich allerdings kaum Probleme mit den Ergüssen pubertierender Primaten, die ihre fehlenden sozialen Bindungen in Form verhaltensgestörter, Mail-basierter Massenpenetrationen zu kompensieren versuchen.
CU
Gott, ist der gut!!!
Das konnte nun niemand erwarten, als der Zapfen aus der Flasche gezogen wurde. Dieser Wein ist eine echt Überraschung! Denn er macht mächtig Spaß - auch wenn er in einem eher kurzen Abgang mündet.
Weingut Jurtschitsch Sonnhof: “Zweigelt 2004″
Eher hell präsentiert sich der Wein im Glas und erinnert farblich irgendwie an einen Spätburgunder. Doch in der Nase machen sich typische Aromen von Kirsche, Blaubeere und etwas frisch geschnittenem Holz breit. Aber überhaupt keine Ruppigkeit, kein jugendlicher Biss. Alles rund und ausgewogen. Er erinnert etwas an die berühmte Rote Grütze. Viel Frucht, klare Struktur, sauber vinifiziert.
Am Gaumen bestätigt sich, was die Nase ankündigt: Freche Frucht, rote Beeren, Kirsche voran, sehr saubere Vinifizierung, schöner Druck und durchaus auch eleganter Charakter. Ein Wein, der absoluten Trinkspaß bereitet - abgesehen vom eher kuzen Finale. Trotzdem 84 Ingo-Punkte, verbunden mit der Vorfreude auf das nächste Glas. Prost.
CU
Es muss nicht immer die Auslese der Auslesen sein. Manchmal tun es auch vermeintlich einfachere Weine, wie zum Beispiel gerade. Denn dieser Basiswein zeigt schon sehr deutlich, zu was eine der österreichischen Vorzeigesorten - der Grüne Veltliner - hervorzubringen im stande ist.
Kurt Angerer: “Grüner Veltliner Kies 2004″
Kurt Angerer, ein urwüchsiger, richtig sympathischer Winzer aus dem Kamptal, schafft es Jahr für Jahr, Weine mit Charakter zu erzeugen. Schon länger zählt er zu Weinschreibers Lieblingen, wenn es um die Sorte Grüner Veltliner geht. Denn gerade auch seine Basisqualitäten können überzeugen. Und mit dem Kies hat der Weinschreiber noch nie etwas falsch gemacht.
Doch eigentlich ist der Kies ein jung zu trinkender Wein. Gut, 3 Jahre in der Flasche sind noch nicht die Welt. Aber eigentlich auch nicht das Ziel für Kurts kleinen Großen.
Die Zeit im Keller hat dem Wein aber richtig gut getan! Wunderbar ausgereift wirkend, präsentiert sich der Kies in einem strahlenden Gelbgold mit einer feinwürzigen Nase, die nur einen Schluss zulässt: Grüner Veltliner!
Würzig, Stachelbeere, feines Pfefferl, ein Hauch Banane, vielleicht etwas Orangenschale. Sehr schön rund, keine störenden Zwischenaromen, ausgewogen, klassisch. Die Nase macht richtig Spaß!
Am Gaumen dann mit sehr schön eingebundener Säurestruktur, fast cremig, mit schöner, sortentypischer Schärfe. Durchaus auch mit sehr guter Würzigkeit, jedoch begelitet von einer reifen Fruchtigkeit, die Freunde reifer Weißweine zu schätzen wissen.
Auch im sehr schönen Abgang von einer sehr guten Länge gekennzeichnet! 86 Ingo-Punkte.
Kurt Angerer zeigt es mit seinen Weinen immer wieder: Die in ihrer Jugend machmal nur sehr schwer zugänglichen Weine aus seiner Hand reifen mit mehr oder weniger Zeit zu barocken, urwüchsigen Klassikern heran, die eine hervorragende Visitenkarte für die Region abgeben.
CU
Dass der Weinschreiber auf die Weine von Planeta steht, ist kein Geheimnis mehr. Alleine schon der Merlot aus besagtem Hause sorgt stets für Trinkgenuss im Hause. Aber wie sieht es denn im Vergleich der Jahrgänge 2003 und 2004 aus? Schließlich will der Gambero Rosso ja noch eine Tasse ein Glas mehr beim 2004er gesehen haben. Das macht neugierig!
Planeta Merlot 2004
Im Glas funkelt der Wein wie sein großer Bruder - oder ist’s die Schwester bei der häufig auch eher feminin wirkenden Rebsorte? In der Nase rote Beeren, viel Kirsche, Druck, aber auch eine jugendliche Ruppigkeit. Frische Zweige, Waldboden, vielleicht Graphit. Ein leicht bissiger Unterton, der irgendwie an Klebstoff zu erinnern scheint, stört aber das gesamte Gefüge - wenn auch nur ganz leicht.
Am Gaumen präsentiert sich der Wein frisch, sehr jugendlich, mit kräftigem Tannin. Eine knackige Säurestruktur deutet an, diesen Wein viel zu jung getrunken zu haben. Auch die frische Kirscharomatik passt noch nicht so recht zusammen. Viel Wein, allerdings derzeit noch gar nicht harmonisch. Der Abgang ist zwar von schöner Länge. Aber ob man sich dies in diesem Stadium wünscht, ist eine andere Frage. Der Wein hat Potential. Ganz klar. Aber das war reiner Babymord. 84++ Ingo-Punkte.
Ein Vergleich mit dem 2003er Vertreter aus gleichem Hause fällt völlig aus. Diesen Test kann man nach Meinung des Weinschreibers frühestens in zwei, drei Jahren anstellen. Ob dann der sonnenverwühnte - und sicherlich viel früher trinkreife - 2003er dem Vergleich noch standhält, ist eine zweite Frage. Man wird sehen.
Wie unterschiedlich die Jahrgänge doch sein können…
CU
Also der Weinbegeistert wirklích! Auch für Kautabak-Liebhaber ist das Zeug geeignet. Denn das Aroma lag dem Weinschreiber noch auf der Zunge, brauchte aber noch eine Weile, um erkannt zu werden. Tabak. Frischer Tabak!
Einfach geiler Stoff das!
CU
Je wärmer die Tage, desto leichter die Weine? Wenn man nicht gerade der Weinschreiber ist, mag diese Regel gelten. Aber nicht hier. Denn im Keller lachte den Weinschreiber plötzlich eine relativ kleine Flasche an. Geschenkt von einem Weinfreund und bis dato noch völlig unbekannt.
Weingut Schenk-Siebert: “Frühburgunder Auslese trocken Weisenheimer/Berg Vogelsang 2003″
Dieser Wein ist eigentlich etwas für ruhige Abende vor einem knisternden Kamin oder die richtige Wärmung in einem Schneegestöber. Aber für einen lauen sommerlichen Abend auf der Terrasse ist dieser Frühburgunder eine echte Herausforderung! Ausgewiesene 15,0 % vol. Alkohol lassen schon einen Hammer erwarten. Und so kommt ea auch aus dem Glas in die Nase: Poweraromen pur!
In der Nase macht sich zunächst der Ausbau im Holz deutlich bemerkbar. Kraftvoll, druckvoll, dicht. Ein Schreinerwein sozusagen. Doch trotz des Holzes wirkt dieses irgendwie nicht aufgesetzt - im Gegenteil! Dieses Holz unterstützt. Es unterstützt die Aromen dunkler Beeren, unterstützt das Aroma von Lakritze, von Süßholz. Richtig feine Aromen strömen in die Nase. Ungemein dicht und doch von schöner Eleganz gezeichnet. Die typische Fruchtigkeit sucht man hier allerdings vergebens. Das ist keine Wein für Mainstream-Konsumenten.
Am Gaumen zeigt sich der jugenliche Charakter des Weines noch extrem. Dem sehr schönen Charakter steht auch noch eine knackige Tanninstruktur gegenüber. Keine grüne, ruppige Struktur - im Gegenteil. Der jugendliche Biss wird sich noch hervorragend einbinden! Dunkle Beeren, wieder Lakritze, sehr schöne Kraft, Opulenz, Vielschichtigkeit. Ein Wein zum Verlieben! Der Weinschreiber ist begeistert und vergibt unverschämte 90 Ingo-Punkte, obgleich er weiß, dass die nächste Flasche noch viel besser sien wird. So er denn die Möglichkeit haben wird, eine zweite Flache zu verkosten. Denn das war die letzte Bouteille im Keller. Quel dommage!
CU
Im letzten Beitrag rief der Weinschreiber dazu auf, die deutschsprachigen Weinblogs im internationalen Ranking zu unterstützen. Und seitdem – auch durch die parallelen Aufrufe vom Drink Tank, Nikos Weinwelten und weiteren ambitionierten Bloggern bedingt – geht auf LocalWineEvents.com mächtig die Post ab. Das ist natürlich zum einen schön, denn das stärkt die Wahrnehmung der deutschen Bloggerszene. Auf der anderen Seite hat die Entwicklung allerdings auch G’schmäckle. Denn teilweise rasen Blogs durch die Rankings, als ob es kein Halten mehr gäbe. Teilweise werden dort täglich mehr Votes vergeben, als Besucher auf der Seite zu verzeichnen sind.
Der Weinschreiber gönnt jedem Blog seine Stimme. Ehrlich! Aber lasst die Besucher wählen, nicht irgendwelche automatisch ablaufenden Scripts. Denn der Weinschreiber kann nicht so recht glauben, wie sich die Rankings entwickeln. Und andere Blogger übrigens auch nicht.
Der Weinschreiber wünscht sich Votes. Viele Votes! Aber aufrichtige Votes. Von Menschen, die den Weinschreiber lesen – und schätzen. Das ist irgendwie aufrichtiger…
CU
Die deutschsprachigen Weinblogs sind auf dem Vormarsch: Auf LocalWineEvents.com werden wir immer mehr. Und das ist auch wichtig so! Denn bis dato beherrschen primär die USA die Weinbloggerszene. Muss das so sein? Nein! Und daher bittet der Weinschreiber um eine gute Tat pro Tag: Wählt deutsche Weinblogs! Wo? Hier: LocalWineEvents.com
Der Weinschreiber sagt schon einmal vorab vielen Dank!!!
CU
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Bodegas Valdemar:
Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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