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Das Weinparlament

21. März 2007

ProWein Erkenntnisse – Teil II

Autor: | Zeit: 21:01 Uhr | Rubrik: Wein

Wer Weiß sagt, muss auch Rot schreiben. Denn es gab ein rotes Pendant zu Hiedlers sensationellen Weißweinen. Auch wenn das Weingut dem Weinschreiber nicht ganz unbekannt ist, waren die präsentierten Qualitäten des Weinguts Maria Kerschbaum überraschend sensationell! Was da auf die Flaschen gezogen wurde, ist eine Superlative wert. Ob der Blaufränkisch Classic aus dem schwierigen Jahr 2005 oder die Davids Show Reserve 2003: Sämtliche Weine präsentierten sich jahrgangstypisch, wunderbar ausgewogen, tiefgründig und von höchster Qualität. Dieses Weingut gilt es zukünftig genau zu beobachten. Hier wird nämlich im Kleinen geschaffen, was man sich im Großen wünscht. Mit gerade mal 7 ha Rebfläche produziert das Weingut Maria Kerschbaum recht übersichtliche Mengen. Da kann es sehr gut sein, dass in Zukunft diese Weine rar werden.

Die Kurzbewertungen im Einzelnen:

Blaufränkisch Classic 2005
Im großen Fass ausgebaut. Wunderbare, reintönige Nase nach roten Beeren, frischer Kirsche. Am Gaumen frisch, würzig, von sehr schön ausbalancierter Struktur. 86 Ingo-Punkte.

Triade 2004
Cuvée aus Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon und Zweigelt, Ausbau in gebrauchten Barriques. Aromen von Pflaume, Kirsche. Sehr mineralisch, Anklänge von Rauch, Kohle, Schiefer, Graphit. Die Tanninstruktur ist hervorragend eingebunden. Schöner Wein! 87+ Ingo-Punkte.

Blaufränkisch Reserve Hochäcker 2004
18 Monate Ausbau in Barriques, sehr dunkel, dicht, komplex. Opulente Nase nach reifen Pflaumen, süßen Kirschen, dunkle Waldbeeren. Unglaublicher Druck, rau, noch ein Baby, Kraft, süßer Saft, feine Röstaromen. Ein junges Monster mit viel Potential! 91 Ingo-Punkte.

Cuvée Women 2004
18 Monate Ausbau in Barriques. Tiefdunkel, jugendlich. Sehr ausgewogene, runde Nase, enorme Dichte, Potenzmonster, Aromen dunkler Beeren (Brombeeren), Kirschen, Minze, erdige Noten. Beispielhaft für gelungenes Terroir. Tolle, mürbe Tannine, feste Säurestruktur, enorm extraktreich, hervorragende Länge 93+ Ingo-Punkte.

Davids Show Reserve 2004
30 Monate Ausbau in Barriques. Unglaublich dichte Aromen nach Blaubeere, Brombeere, Vanille, einem Hauch Schokolade. Am Gaumen Extrakt pur, fleischig, ein Kraftprotz. Trotz seiner Opulenz doch filigran, einladend. Die mürben Tannine unterstreichen die hohe Qualität des Weins. Nicht enden wollender Abgang. Sensationelle Burgenland-Referenz. 95 Ingo-Punkte.

Was sich letztes Jahr bereits andeutete, ist nun zur Gewissheit geworden: Das Weingut Maria Kerschbaum gehört zum Besten, was Österreich in Sachen Rot zu bieten hat. Bei einigen Weinen musste man fast annehmen, sie seien das Resultat von Mostkonzentration. Aber die gesamte Charakteristik der Weine und auch die Aussage von Maria und Rudi Kerschbaum lassen nur den Schluss zu, dass schlichtweg das Maximale aus den Trauben herausgeholt wurde.

Zusammenfassende Meinung des Weinschreibers: Die österreichische Rotwein-Referenz der ProWein 2007.

CU

ProWein Erkenntnisse – Teil I

Autor: | Zeit: 14:02 Uhr | Rubrik: Wein

Den Auftakt des Messebesuchs bildete schon traditionell die Halle 7, in der sich die Winzer Österreichs Jahr für Jahr ein Stelldichein geben. Dies hat zwei Gründe: Erstens scheint die Klasse österreichischer Kreszenzen noch nicht bei sämtlichen Weinfreaks angekommen zu sein, zweitens macht es schlichtweg keinen Sinn, sich sonntags Richtung Deutschlandhalle zu bewegen. Die Weintouristen sind primär am Wochenende unterwegs und belagern die heimischen Winzer derart, dass ein konzentriertes Verkosten kaum noch möglich ist. Hier ist einfach Geduld angesagt und der Dienstag der beste Tag, um neben konzentrierter Verkostung auch einen Austausch mit den Winzern realisieren zu können.

Fast auch schon traditionell bildet das Weingut Hiedler Weinschreibers Auftakt in den dreitägigen Verkostungsmarathon. Das Langenloiser Weingut mit der sehr sympathischen María Ángeles Hiedler am Stand konnte dieses Jahr mit dem präsentierten Flight mächtig punkten. Ohne es zu wissen, wurde der erste Standbesuch direkt zu einem der absoluten Messehammer! Nach der Umstellung des Weinguts auf Spontanvergärung haben die Weine schier unfassbar an Charakter gewonnen. Tiefgründig, vielschichtig, mit hoher Typizität gezeichnet, kraftvoll und wunderbar ausbalanciert. Mehr davon!

Die Kurzbewertungen im Einzelnen:

Grüner Veltliner Löss 2006
Frischer, fruchtiger Sommerwein mit schönem Druck, guter Würze und dem typischen kleinen Pfefferl. 81 Ingo-Punkte

Grüner Veltliner Spiegel 2006
Schon etwas dichter, mineralischer, leicht erdige Noten, Anklänge von Aprikose und sehr schön würziger Form. 83 Ingo-Punkte

Grüner Veltliner Thal 2006 (Fassprobe)
Exotisch anmutend, tolle Mineralität, Orange, tolle Typizität, druckvoll, sehr schöner Schmelz, kraftvoll, schöne Länge. 86 Ingo-Punkte.

Grüner Veltliner November 2006 (Fassprobe)
Vielschichtige Nase, exotische Früchte, tolle Mineralität, viel Pfeffer, Druck, Schmelz. Ein eleganter Powerwein mit hoher Komplexität. 90 Ingo-Punkte.

Grüner Veltliner Maximum 2006 (Fassprobe)
Ich notiere: „Fast buttrig-exotisch“ und meine damit eine enorme Komplexität, dichten Schmelz, kraftvolle, typische Würze und ein Aromencocktail wunderbarster Ausprägung! 93 begeisterte Ingo-Punkte!

Riesling Urgestein 2006
Frisch, Zitrusnoten, etwas Mango, sehr schöne Säurestruktur, guter Biss, feinwürzig. Ein schöner Saft für heiße Sommertage! 82 Ingo-Punkte

Riesling Steinhaus 2006 (Fassprobe)
Sehr klar strukturiert, reife Zitrusaromen, Marille, Apfel, klar, sauber, durchaus elegant und sehr guter Saft. 85 Ingo-Punkte.

Riesling Gaisberg 2006 (Fassprobe)
Feinfruchtige, exotische Komposition, dann Apfel. Sehr mineralisch, stoffig, mit sehr gutem, fruchtigen Biss. Maul füllend, tolle Würze, kräftiger, langer Stoff. 87+ Ingo-Punkte.

Riesling Heiligenstein 2006 (Fassprobe)
Sehr saubere Frucht, ein ganzer Kräuterstrauch meldet sich, tolle, opulente Würze, gepaart mit reifem gelbem Steinobst, dicht, lang, schön. 90 Ingo-Punkte.

Riesling Maximum 2006 (Fassprobe)
Nomen est Omen. Maximum für maximalen Genuss. Reife, würzige Nase, unglaublich schöner Schmelz, Quitte, Orangenschale, ein Hauch Schärfe, dann wieder süße Frucht. Am Gaumen opulent, kraftvoll, ausladend und mit einem hervorragenden Abgang gesegnet. Tolles Ding! 92+ Ingo-Punkte.

Die Umstellung auf spontane Vergärung hat geradezu Wunder bewirkt. Waren die Weine Hiedlers immer schön zu trinken und durchaus ein sehr gelungener Messeauftakt, zeigen sie sich nun von einer völlig anderen Seite: Animierend, vielschichtig, intellektuell. Keine Weine mehr, die sich verwandt zeigen. Vielmehr einer nach dem anderen eigenwillig, selbständig, charaktervoll.

Zusammenfassende Meinung des Weinschreibers: Der Aufsteiger des Jahres!

CU

ProWein - Das Wichtigste vorab

Autor: | Zeit: 13:53 Uhr | Rubrik: Wein

Endlich konnte ein Treffen realisiert werden! Die (Port-)Weinblogger trafen sich am Sonntag auf der ProWein zum gemeinsamen “Tratschen” am Vinum-Stand. Dem Beispiel der anderen beteiligten Blogger folgend möchte sich der Weinschreiber ebenfalls sehr herzlich für das Asyl am Stand bedanken. Auch die kulinarische Versorgung war deftig, lecker und für Weinblogger durchaus untypisch: Bier und Brezeln wurden gereicht. Dass die kleinen kulinarischen Dinge des Lebens auch viel Freude bereiten können, zeigt wohl auch dieses Bild.

Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen! Vor allem war die Zeit viel zu kurz, um richtig zu “klönen”. Aber das wird sicher nachgeholt. Und dann ist Gumia’s Theo auch dabei! Und alle anderen Interessierten natürlich auch!!!

CU

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