Am 30.04. trafen sich einige Weinfreaks bei Alexander Prangenberg, der zu einer Weinprobe der besonderen Klasse eingeladen hatte: Châteauneuf-du-Pâpe 2003. Wer sich auch nur ansatzweise mit dem Thema beschäftigt, wird wissen, welch sensationelle Weine das Jahr an der südlichen Rhône hervor gebracht hat. Nicht nur Parker zeigte mit seinen bisherigen Bewertungen schlichtweg Begeisterung für viele der bei dieser Probe angestellten Weine. Durchschnittlich 95 Parker Punkte standen bereit, um von uns ebenfalls begutachtet zu werden. Und wie sich zeigen sollte, kommen die hohen Bewertungen des weltberühmten Weinkritikers nicht von Ungefähr.
Verkostet wurde blind, also verdeckt. Somit war eine unvoreingenommene Bewertung der Kreszenzen gesichert. Und, wie öfter bei solchen Proben, gab es auch wieder Piraten. Piraten? Genau! Weine, die nicht zum Thema passen, jedoch erst einmal von den Verkostern als solche erkannt werden wollen. Drei an der Zahl galt es aufzudecken.
Gereicht wurden die Weine übrigens direkt aus der Flasche, auf den Dekantierer wurde verzichtet. Diese Entscheidung gab Möglichkeiten, die Weine in ihrer Entwicklung im Glas beobachten zu können.
Flight 1
Domaine Marcoux: „Cotes du Rhone“
In der Nase erdige Aromen, leicht staubig und von einer sehr dezenten Petrolnote gekennzeichnet. Dann auch ein Hauch Sauerkirsche, Blaubeere und leicht pfeffrige Eindrücke. Am Gaumen dann zunächst ein leicht oxidativer Eindruck, sehr trocken, mit kräftigen Tanninen und Biss. Ein interessanter Auftakt, den man aber auch gleich als Pirat ertappen konnte. 85 Ingo-Punkte.
Burle: „Gigondas Les Pallieroudas“
Duft nach reifer Kirsche, ein süßer Hauch umgarnt die Nase. Dann feine, getrocknete Kräuter, leichte Port-Typizität. Am Gaumen dann saftig, kräftiges Kirscharoma und eben wieder erdige Töne, vielleicht auch Kohle. Entwickelt eine elegante Wärme. Schön 87 Ingo-Punkte.
Da waren also schon zwei der drei Piraten im ersten Flight versteckt. Sehr gut von Alexander gewählt, halten sich viele Verkoster doch gerne mit ihren Bewertungen zu Beginn einer solch umfangreichen Probe zurück, frei nach dem Motto, dass man noch Reserven für das brauche, was da noch käme. Mit dieser Wahl traf es wenigstens nicht die Crème de la Crème von der südlichen Rhône.
Flight 2
Clos Saint Jean
Das ist definitiv Châteauneuf im Glas! Duft nach Blaubeere, Teer, erdig, dann Toffée, feinste Minze und sehr viel Bewegung im Glas. Auch am Gaumen mit einer sehr schönen, kräftigen Struktur versehen, die trockenen Tannine wirken gut eingebunden, dann auch Kirsche, staubige Süße und innerhalb kurzer Zeit eine enorme Entwicklung im Glas. 93 Ingo-Punkte.
Domaine Charvin
Kräftige, fast opulente Aromen von hellen, roten Beeren, etwas Tee, saftiger Kirsche. Einsanfter Wein, dennoch fruchtig, mit einem Hauch Tanne und leicht ätherischen Nuancen versehen. Sehr typisch. Im Mund kommt der Charvin saftig und mit verhalten stoffiger Struktur daher. Sehr elegant und mit guten Tanninen ausgestattet. Tolle Mineralik, die mich an Graphit erinnert. Im sehr schönen Finale entwickelt der Wein ein schönes Wärmegefühl. 94 Ingo-Punkte.
Der zweite Flight brachte also die ersten Kracher ins Glas. Sehr typisch für das Châteauneuf und auch den Jahrgang optimal einfangend. Und doch sollten diese beiden Vertreter erst den Anfang einer ganzen Reihe sensationeller Weine sein!
Flight 3
Domaine Vieux Donjon
Sehr schöne Nase nach Blaubeeren, Graphit. Ein dunkler Saft mit feiner Süße, Mandelaroma, leicht phenolisch wirkend, vielleicht nicht 100%ig durchvergoren. Aber trotzdem sehr beeindruckend. Am Gaumen präsentiert sich der Donjon dann sehr ausgewogen und mit guter Mineralik ausgestattet. Ein toller Stoff mit schöner Textur und Länge. Lecker! 94 Ingo-Punkte.
Domaine du Cailloux: „Clos du Cailloux“
Herrliche Aromen von reifer Kirsche, dabei sehr mineralisch anmutend, kräftiger Tee, Schiefer, Graphit. Wunderbarer Druck, stoffig, ätherisch und eine leicht metallische Komponente ist auch dabei. Am Gaumen super ausgewogen, rund, es passt alles. Sehr druckvoll, opulente Kirschnote, sehr guter und super ausgewogener Saft. Lang! 95+ Ingo-Punkte.
Der dritte Flight hielt also auch, was ich mir von den Châteauneuf 03 erwartet hatte. Höchstes Niveau, allerdings auch sehr herausfordernd für den Gaumen. Aber die Dichte, die Opulenz der Weine ist auch nicht für die nächste Gartenparty gedacht, sondern für die besonderen Genussmomente im Leben.
Flight 4
Domaine du Cailloux Les Quartz
Wieder diese typische Aromatik süßer, reifer Kirschen, erdig und mineralisch. Sehr kräftig in der Nase wirkend, fast opulent. Noten von heller Schokolade, Pflaume, einem Hauch Pfeffer und gebranntem Ton. Am Gaumen dann sehr saftig, mit opulenter Frucht ausgestattet, dann Teer, Torf und feine Kräuter. Die Frucht und die Würzigkeit ergänzen sich sehr schön. Auch in der Länge überzeugend. 90 Ingo-Punkte.
Weingut Bercher-Schmidt: „Oberrotweiler Henkenberg Spätburgunder
Spätlese trocken***“
Dieser Wein fällt direkt auf. Das ist der dritte Pirat. Es ist aber auch schwer, in die Phalanx der 03er Châteauneufs einen Blinden auf gleicher Höhe zu finden. Doch auch dieser Wein hat absolut seine Daseinsberechtigung! Dunkle Beeren, feinstes, gutes Nadelholz (Fichte), eine dezente Grünnote, Paprika. Am Gaumen dann sehr saftig, mit einer guten Säurestruktur versehen, Noten von Speck. Hinten heraus ein leichter Bruch, wirkt etwas wässrig und grün. Aber wer will das bei der Konkurrenz auf dem Tisch auch verdenken! 87 Ingo-Punkte.
So, die Piraten waren also durch. Der Rest konnte somit zumindest im Ansatz schon ziemlich leicht einer bestimmten Region zugeordnet werden. Aber einige richtige Kracher warteten noch auf ihren Auftritt. Und der sollte furios sein!
Flight 5
Domaine de la Vieille Julienne
Kräftige Aromen nach dunklen Beeren, Vanille, erdig. Wieder ein sehr mineralisch geprägter Wein, leicht torfig anmutend. Am Gaumen sehr komplex, druckvoll. Dunkle Beeren paaren sich mit feiner Süße. Ein noch junger, gleichzeitig jedoch extrem kraftvoller Wein mit einer sensationell guten Textur. 95 Ingo-Punkte.
Font de Michele: „Cuvée Etienne Gonnet“
Ein vom Holz geprägter Wein, etwas grün wirkend, mit frecher Fruchtigkeit versehen. Leicht ätherische Anklänge, Aromen von Wacholder sind auch dabei. Am Gaumen dann Tabak, schöne Holznote und wieder knackiger Frucht und einem Hauch Vanille. Vielleicht etwas ruppig anmutend und vielleicht etwas zu intensive Säure. 89 Ingo-Punkte.
Der fünfte Flight brachte etwas Erholung für den Gaumen. Die sollte er auch brauchen, wie sich später noch herausstellte. Aber Châteauneufs sind nun mal auch Weine, die vereinnahmend sind.
Flight 6
Chateau de Beaucastel
Ein Wein, der es versteht, schiefrige und teerige Noten miteinander zu vereinen. Aber auch dunkle Beeren, erdiger Charakter und zu Beginn der Verdacht auf Fehlerhaftigkeit sind zu vernehmen. Im weiteren Verlauf öffnet sich der Wien jedoch zu seinem Vorteil. Am Gaumen präsentiert sich der Beaucastel dann sehr säurebetont, mit Aromen von knackiger Kirsche und durch kräftige Tannine getragen. Ein sehr saftiger, fast bissiger Wein mit einer guten Länge. 87+ Ingo-Punkte.
Domaine Cristia: „Renaissance“
Der erste richtige Knaller im Glas! In der Nase eine super ausgewogene Frucht, beerig ohne Ende, dabei unglaublich elegant, fruchtig – einfach perfekt. Am Gaumen dann ein geniales Zusammenspiel von Fruchtigkeit und Säurestruktur. Dunkle Beeren dominieren das Kraftpaket. Auch im Abgang lang anhaltend! 98+ Ingo-Punkte.
Die beiden Weine lagen viel weiter auseinander, als ich es vorab vermuten konnte. Aber die Renaissance hat mich an diesem Abend einfach fasziniert.
Flight 7
Domaine de Marcoux
Aromen von roten Früchten, Mandel, frischen Kräutern. Eine sehr würzige Nase, saftig wirkend, leicht bissig und doch recht opulent. Am Gaumen dann dominiert von Kirsche ein recht straighter Wein, bissig, vielleicht etwas grün, jedoch mit schöner Gesamtstruktur. Am Ende vielleicht etwas alkoholisch anmutend. 89 Ingo-Punkte.
Domaine Beaurenard: „Cuvée Boisrenard“
Hier zeigt sich wieder die ganze Faszination Châteauneuf! Duft nach dunklen Beeren, opulente, süße Frucht, Schokolade, Toffée und etwas, was ich als „süße Kräuter“ notiere. Am Gaumen dann ein super ausgewogener Saft, die schiere Opulenz pur, ein vanilliges Kraftpaket, Kirsche noch und kräftige Tannine. Hinten raus super rund und lang! 96 Ingo-Punkte
Nach dieser anstrengenden Verkostungsarbeit hatten wir uns erstmal eine kulinarisch überbrückte Pause verdient. Alexander sorgte mit einem fantastischen provenzalischen Gulasch für die willkommene Kräftigung und entsprechendes Sitzfleisch für die zweite Runde. Doch ohne Wein ging es natürlich auch während der Pause nicht.
Domaine de Cascavel: „Cotes du Ventoux Les Amidyves“ (Magnum)
Der Wein liegt zum Glück auch in meinem Weinkeller. Sehr schön kräftige, üppige Frucht, dunkle Beeren dominieren, dann auch Vanille, Süßkirsche, ein leichter Hauch Marzipan. Am Gaumen noch jung, erdig, aber schon mit sehr schöner Textur versehen. Sehr gute Länge! 89 Ingo-Punkte.
Flight 8
Domaine Saint Préfert: „Collection Charles Giraud“
In der Nase dezent metallische Noten, feine Kräuter. Sehr würzig, Lorbeer, Lakritze. Aber auch die dunkle Frucht bleibt nicht außen vor. Am Gaumen dann sehr opulent, unglaublich dicht und von sehr reifer Beerenfrucht dominiert. Ein fleischiger Wein, wieder mit Noten von Lakritze. Sehr dicht, würzig und lang! 94 Ingo-Punkte.
Domaine de la Janasse: „Chaupin“
Wieder dunkle Waldbeeren, dann torfige, teerige Aromen. Im weiteren Verlauf gesellt sich Süßholz hinzu. Diese Nase wirkt sehr rund und ausgewogen und macht Lust auf den ersten Schluck. Der präsentiert sich dann mit Aromen von dunklen Beeren, sehr kraftvoll, schier opulent und dicht am Gaumen, viel Lakritze, Süßholz und kraftvollem, langen Finish. 93 Ingo-Punkte.
Saint Préfert sah ich heute nicht so stark, wie beim letzten mal. Aber ob 94 oder 96 Punkte ist eigentlich egal. Der Wein hat einfach sensationelles Niveau, wie so viele an diesem Abend!
Flight 9
Clos Saint Jean: „Deus ex Machina“
In der Nase viel Holz, Vanille, sehr feinwürzig in seinem Charakter. Weiterhin sehr ausgereifte Frucht, reife Kirsche, aber auch Tanne. Ein leicht metallischer Hauch gesellt sich hinzu. Am Gaumen dann sensationell ausgereifte Frucht, sehr ausgewogen und rund, mit enormem Druck, Schoko Toffée, leicht erdig und schier unendlich lang! Ein großer Wein!99 Ingo-Punkte.
Pierre Usseglio: „Cuvée Mon Aieul“
Feine Aromen von Blaubeere, sehr fruchtbetont, aber auch Kräuter. Ein feinwürziger Auftakt in der Nase, Erwartungen für den Gaumen weckend. Der erfreut sich dann an von Toffée dominierten Aromen, auch Teer, Tabak, dann auch Cassis, Karamell. Eine unglaubliche Schwere liegt in dem Wein, so komplex kommt er daher. Dicht, kraftvoll, ein Hammerschlag! Und der wirkt. Lange! 98 Ingo-Punkte.
Was für ein Hammer-Flight! Beide Weine zeigten ihr volles Können, die pure Kraft der Châteauneuf-du-Pâpe 2003. Wenn man die Chance hat, diese Weine zu verkosten oder noch besser zu kaufen, sofort! Das ist großer Stoff!
Flight 10
Domaine du Pégau: „Cuvée Reservée“
In der Nase sehr rauchig, würzig, Aromen von grünen Kräutern, ruppig-alkoholisch. Enorme Graphit-Note, mineralisch, Aromen asiatischer Gewürze. Am Gaumen dann Kirsche. Sehr saftig, stoffig, aber auch ruppig. Wirkt im Gegensatz zu den vorher verkosteten Weinen irgendwie unfertig, grün. 86 Ingo-Punkte.
Clos des Papes
In der Nase reine Kirscharomatik, sehr üppig-fruchtig, dann etwas Rauch. Leicht animalisch wirkend und mit schöner Würzigkeit versehen. Am Gaumen dann sehr fruchtig, rund, ausgewogen. Wieder reife Kirsche, dann aber auch Pflaume, Erdbeere, Toffée. Ein Wein mit einer sehr guten Struktur. Auch im Abgang mit toller Länge! 94+ Ingo-Punkte.
Pégau zeigte sich heute schwach. Woran es lag, kann ich nicht bewerten. Ob sich der Wein bereits in seinen Winterschlaf verabschiedet hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Was aber sicher ist: Ich habe ihn schon besser gesehen.
Flight 11
Mordorée: „Cuvée Reine des Bois“ (Kellerselektion)
Ein schwarzer Wein mit Aromen nach süßen Blaubeeren, schwarzer Johannisbeere. Eine dicke Fruchtsüße beherrscht das Duftzentrum. Leicht marmeladig wirkend, fleischig auch, dann wieder süße-würzige Aromen. Extrem Extraktreich, Kaffee, Toffée. Am Gaumen dann extrem opulent, extraktreich, schwer. Die Frucht ist sehr dicht in das Gesamtbild eingebunden. Eine Granate im Glas, sehr druckvoll und lang. Der Wein macht nicht mehr einfach nur Spaß, er strengt an. Aber im positivem Sinne. 96 Ingo-Punkte.
Les Cailloux: „Cuvée Centenaire“
Aromen roter Beeren, sehr würzig. Diese Cuvée macht einen fruchtigen, vollmundigen Eindruck. Ein wunderbares Bouquet getrockneter Kräuter ist mit dabei. Am Gaumen dann fast mit der Typizität eines Burgunders. Sehr schöne Kombination von Frucht und Säurespiel, feinwürzig und eine in dieser Form vielleicht überraschende Süße, die ich in der Nase nicht vermutet hatte. Sehr samtige, super eingebundene Gerbstoffe. Auch im Abgang bleibt der Centenaire lange stehen. Toll! 97+ Ingo-Punkte.
Wieder so eine sensationelle Runde. Die Weine bereiten viel Trinkgenuss, fordern die Sinne allerdings auch extrem heraus. So viel Kraft und Dichte müssen vom Gaumen auch erstmal vertragen werden. Toll!
Flight 12
Domaine de la Janasse: „Vieilles Vignes“
Aromen süßer Kirsche, Pflaume, viel Graphit. Ein süßer, mineralischer Eindruck entsteht. Die Fruchtigkeit des Weins ist wunderbar in die gesamte Komposition eingebunden. Feinwürzige Noten geben ihr Bestes dazu. Am Gaumen dann süße, opulente Frucht, sehr gerbstoffreich, Aromen von Kuchen. Elegant und doch mit Biss. Hinten heraus eine dann doch etwas eindimensionale Länge. 94 Ingo-Punkte.
Domaine de Marcoux: „Vieilles Vignes“
Ein rauchig-würziger Auftakt in der Nase, gefolgt von Aromen nach dunklen Beeren, etwas süß-herb, jedoch alle Aromen wunderbar miteinander vermählt. Am Gaumen dann sehr kräftig, opulente Frucht, dunkle Waldbeeren, aber auch Torf, Teer, Asche. Enorm extraktreich, sehr schöne Tanninstruktur und eine tolle, typische Süße, die dem Wein zusätzliche Kraft verleiht. Tolles Finish! 98 Ingo-Punkte.
Wieder höchstes Niveau. Warum habe ich eigentlich nicht den Keller voll mit Châteauneuf 03? Ich muss mal mein Portemonnaie fragen, das kennt die Antwort…
Flight 13
Domaine de la Vieille Julienne: „Cuvée Reserve“
Sehr dezente alkoholische Süße, kräftige Gerbstoffe und unglaublich viel Druck! Aromen von Kirsche, Vanille, Pflaume machen sich breit. Zu Beginn wirkt alles etwas ruppig, formt sich aber im Glas schnell zu einem besonderen Genusserlebnis. Am Gaumen extrem extraktreich, süß, Aromen dunkler Beeren, Schokolade, Praliné. Dicht, opulent, fast dickflüssig und ewig lang. Ein großer Wein! 97 Ingo-Punkte.
Domaine du Pégau: „Cuvée Da Capo“
Genüsslich kann ich schreiben, dass es sich hierbei um einen perfekten Wein handelt. Warum? Weil blind verkostet wurde. Was wurde schon über Da Capo berichtet. Robert Parker gab ihm kürzlich 100+ Punkte, was angesichts seiner mittlerweile weltbekannten 100-Punkte-Skala geradezu als Inthronisierung des Weins, das Erheben in den Olymp angesehen werden muss. Und Parker hat Recht. Aromen reifer Kirsche, fruchtig-opulente Süße, Extrakt pur und bei aller Kraft doch so unglaublich harmonisch! Ein Wein, der trotz seines Drucks, seiner Dichte „trinkbar“ ist, den Gaumen also nicht völlig erschlägt. Leicht schwefelig, fleischig, toll. Am Gaumen dann mit wunderbaren Gerbstoffen ausgestattet, dicht, mit herrlicher Frucht versehen. Kraftvoll und elegant, Würzig und finessenreich. Und ewig lang! Auch für mich hedonistische 100 Ingo-Punkte. Der geäußerte Korkverdacht wurde kontrovers diskutiert und von der Mehrheit am Tisch als schlichtweg nicht vorhanden eingestuft. Ich konnte auch keinen Kork feststellen. Gott sei Dank! Denn das hätte mein Genießerherz doch schwer getroffen.
Dieser Abend hatte es in sich! Viele, viele Weine, die höchstes Niveau gezeigt haben. Kraftvolle Struktur und schiere Eleganz gaben sich Hand in Hand ihr Stelldichein. Und alles wurde perfekt von Alexander organisiert. Auch wenn hier und da die Meinungen zu dem einen oder anderen Wein auseinander gingen, bleibt doch festzuhalten, dass die Runde sehr gut zusammen passte und neben aller Konzentration auf die Weine auch der gesellschaftliche Rahmen nicht zu kurz kam.
Herzlichen Dank an Alexander!!!
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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