Der viel gerühmte Jahrgang 2003 sollte – so schreiben es zumindest die meisten Weinautoren – vor allem auch im Châteauneuf Weine von sensationeller Qualität hervorgebracht haben. Lesen kann man viel, probieren gibt Gewissheit. So habe ich mich in letzter Zeit hier und da mal mit diesem Thema befassen können. Teilweise mehrfach verkostet, lagen meine Bewertungen ein und des gleichen Weins maximal einen halben Punkt auseinander, was von der gleich bleibenden Qualität der Gewächse zeugt.
Saint Préfert: „Châteauneuf-du-Pâpe ‚Collection Charles Giraud’ 2003“
Dieser Wein ist für mich einfach eine Referenz. Herrlich intensiver Duft nach Kirschen, Marzipan, dunklen Beeren, dazu diese erdigen Nuancen – toll! Auch getrocknete Kräuter und feinstes Holz sind mit im Spiel. Am Gaumen präsentiert er sich dann mit schön mineralischer Note, feinwürzig, mit geradezu perfekt eingebundenen Tanninen, erdig, fast staubig. Teer, Torf. Sagenhaft! Und lang! 96 Ingo-Punkte.
Domaine du Caillou: „Châteauneuf-du-Pâpe 2003“
Aromen von reifer Kirsche, Schokolade. Sehr druckvoll, vielleicht etwas saftiger als der Préfert, mit einer tollen Fruchtigkeit. Blutig wirkende Struktur und ein Hauch getrockneter Kräuter. Am Gaumen sehr ausgewogen und rund. Auch im Finale überzeugend. 91+ Ingo-Punkte.
Domaine du Caillou: „Châteauneuf-du-Pâpe ‚Les Quartz’ 2003“
Wieder ein Wein mit sehr ausgewogenen Aromen dunkler Beeren, reifer Kirsche, etwas Mandel und Schokolade. Der Wein hat was, was ich als „elegante Opulenz“ bezeichne. Dichte Struktur und tolles Finale! 92+ Ingo-Punkte.
Domaine du Pégau: „Châteauneuf-du-Pâpe ‚Cuvée Réservée’ 2003“
Dieser Wein überzeugt durch seine Aromen nach dunklen Beeren, reifer Kirsche und leicht erdig anmutenden Nuancen. Er ist herrlich mineralisch, feinwürzig und verfügt über eine tolle Dichte und betörende Eleganz. Auch die Länge des Abgangs überzeugt. 92 Ingo-Punkte.
Domaine du Pégau: „Châteauneuf-du-Pâpe ‚Cuvée Da Capo’ 2003“
Aha. Da ist er also, der 100-Punkte-Wein nach Parkers Gnaden. Und ich muss sagen, dieser Wein ist wirklich groß! Sehr ausgewogene Châteauneuf-Typizität mit allem, was man sich von einem solchen Wein wünscht. Feine Amarenakirsche, beerig, mit geradezu perfekter Struktur gesegnet, leicht erdig, Teer. Ein kraftvoller und doch eleganter Wein, sehr opulent am Gaumen und mit schier unendlicher Länge ausgestattet. 95+ Ingo-Punkte. Aber sorry! Besser als Préfert sah ich ihn nicht.
Clos Saint Jean: „Châteauneuf-du-Pâpe 2003“
Ein tiefgründiger, komplexer Wein mit Aromen von dunklen Waldbeeren, Kirsche. Auch ein Hauch Torf ist dabei. Ein terroirtypischer Vertreter mit sehr schöner Struktur und gut ausbalanciertem Finale. 90+ Ingo-Punkte.
Clos Saint Jean: „Châteauneuf-du-Pâpe ‚Deux Ex Machina’ 2003“
Mir fällt zunächst der Duft von Olivenholz auf, gefolgt von dunklen Beeren, Schokolade. Ein sehr dicht, geradezu opulent anmutender Wein mit feiner Holznote. Kraftvoll am Gaumen, geschmeidig und doch sehr dominant. Im weiteren Verlauf auch Rosmarin. Sehr schönes Finale. 93+ Ingo-Punkte.
Tardieu-Laurent: „Châteauneuf-du-Pâpe ‚Cuvée Speciale’ 2001“
Ein wunderbar gereift anmutender Châteauneuf mit Aromen von süßen roten Beeren, feiner Schokolade und finessenreicher Würzigkeit. Die Nase ist einfach toll: Die Beerenaromen springen geradezu aus dem Glas! Auch am Gaumen entfaltet sich ein hervorragender Saft, sehr ausgewogen, rund und mit super Potential für viele weitere Jahre! 93 Ingo-Punkte.
Domaine de la Janasse: „Châteauneuf-du-Pâpe 2003“
Sehr schöne Süßkirsche, Noten von Schokolade, Toffée, Graphit. Am Gaumen noch mit ordentlichen Tanninen am Start, sehr kraftvoll, fast staubig und doch schön saftig. Ein sehr guter Châteauneuf – mal wieder! Janasse ist in Sachen Qualität eigentlich eine Bank. 90 Ingo-Punkte.
Kein Wein unter 90! Eine Granate jagte die nächste. Wein für Wein ein absoluter Hochgenuss. Ich werde sicherlich schwach werden und mir einige dieser Tropfen in den Keller legen – auch wenn da schon viel zu viel drin liegt. Aber der Genuss siegt halt immer wieder. Gerade Saint Préfert ist für mich die Sensation der letzten beiden Jahre und zeigt auch in 2003, dass man bezahlbare Weine auf absolutem Weltklasseniveau erzeugen kann! Chapeau!
CU
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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